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Judentum ArtikelDas Judentum genannt die Gesamtheit aus Kultur, Geschichte und religiösen Traditionen eines Volkes, das der einzige Träger des jüdischen Glaubens ist und in dem Sinne dieses Glaubens seine Zusammengehörigkeit in dem Wesentlichen auf die Abkunft von einem gemeinsamen mythologischen Stammvater, Jakob, zurückführt. Die religiöse Tradition und die Geschichte des Judentums bilden die historische Grundlage vor allem der Religionen des Christentums und des Islams.
Buch-Tipp: Das Dritte Reich und die Juden . . . unter Einbeziehung der Perspektive der Opfer Das ursprünglich zweibändige Hauptwerk des Autors gilt als das Standardwerk zur Zeit des Nationalsozialismus schlechthin. Besonders nachdem Erscheinen des zweiten Bandes (Die Jahre der Vernichtung 1939-1945, 2006) äusserten sich die Kritiker euphorisch über die epochale, auch mit literarischen... | |
Der jüdischen Überlieferung nach hatte Jakob, der seit dem Ringkampf am Jabbok (1.Mose 32) Jisrael genannt wurde, zwölf Söhne, die zu den Stammvätern der zwölf Stämme Israels wurden: Ruben, Simeon, Levi, Juda, Isaschar , Sebulon , Benjamin, Dan, Naphtali, Gad , Asser und Joseph.
Diese Volksstämme hatten sich ursprünglich in dem heutigen Palästina und Israel angesiedelt. Ursprünglich bezog sich der Begriff "Judentum" ca. auf einen dieser Stämme, den Stamm Juda, der das Königreich Juda in Palästina bildete.
Bereits in hellenistischer Zeit fanden Auswanderungsbewegungen aus Palästina statt, spätestens seit der Zerstörung des jüdischen Staates in dem 2. Jhd. nach Christus zerstreuten sich die Juden als regional greifbares und geschlossenes Volk endgültig, wobei jedoch die große Mehrheit in dem Römischen Reich siedelte. Die Anhänger des Judentums verteilten sich dann in dem Mittelalter auch in andere Teile Europas, besonders auch nach Osteuropa, in die islamische Welt und in dem Anschluss (Vertreibung aus Spanien 1492) wieder in das heutige Palästina sowie auch in die neue Welt. Die Angehörigen wurden häufig verfolgt und ghettoisiert, stellenweise etablierten sie sich aber unter Beibehaltung von Glaube und Tradition als integraler Bestandteil der lokalen Gesellschaften.
Seitdem genannt der Begriff Jude in dem Wesentlichen all jene, die ihre Herkunft auf den Ahn Israel zurückführen, insbesondere diejenigen, die von einer jüdischen Mutter geboren wurden; er schließt aber auch die ein, die aus welchen Gründen auch stets zu dem jüdischen Glauben übergetreten sind (siehe Gijur).
Das Judentum ist seit Jahrtausenden häufig Gegenstand religiöser, ideologischer und politischer Auseinandersetzungen, und dabei Pogromen und Verfolgungen ausgesetzt.
Im Jahr 1934 wurden statistisch 17 Millionen jüdische Menschen auf der Welt gezählt. Nach der Katastrophe der Schoa, während der sechs Millionen Juden (und sechs Millionen weitere Opfer verschiedener Religionen) unter der nationalsozialisten Diktatur ermordet wurden, kam es zur Gründung des heutigen demokratischen Staates Israel, im das Judentum eine wichtige Rolle spielt (siehe hierzu: Portal Israel/Palästina. Israel ist das einzige Land der Erde, dessen Kultur primär jüdisch geprägt ist.
Heute leben etwa 14 Millionen Juden in vielen Ländern der Erde, davon etwa 6 Millionen in den Vereinigte Staaten Amerika und etwa 5 Millionen in Israel. Die Mehrzahl der übrigen verteilt sich auf Kanada, Ungarn, der Ukraine, Frankreich, Argentinien und Russland, seit der Wiedervereinigung gibt es auch in Deutschland wieder etwa 130 Tausend Juden.
Strömungen innerhalb des Zionismus stützen sich auf einen jüdischen Volksbegriff und leiten daraus Gebietsansprüche auf das alttestamentarische Israel ab; diese Auffassung wird nicht von allen Juden geteilt; die stärkste innerjüdische Ablehnung des Zionismus kommt vom ultraorthodoxen Judentum .
Der heutige demokratische laizistische Staat Israel begründet seine territoriale Außen- und Innenpolitik jedoch staatlich-souverän.
Aufgrund der besonderen Geschichte und Tradition der durch den jüdischen Glauben verbundenen Menschen ist bei vielen Juden das Verständnis einer gemeinsamen jüdischen Volkszugehörigkeit ausgeprägt. Dennoch wird die Volkszugehörigkeit ca. selten als "ausschließlich jüdisch" gesehen. So stellt es in dem Selbstverständnis der meisten eine Selbstverständlichkeit dar, sich als Träger jüdischer Kultur und jüdischer Tradition, als Teil des jüdischen Volkes und Schicksals (siehe Schoa) zu betrachten, sich aber dennoch gleichzeitig z.B. zu dem britischen oder us-amerikanischen Staatsvolk zugehörig zu zählen.
Buch-Tipp: Die Holocaust-Industrie. Wie das Leiden der Juden ausgebeutet wird. Politisch unkorrekt Es ist schon ein Wunder, das es so ein Buch in Deutschland überhaupt geben darf. Politsch unkorrekt und dennoch richtig kann man in dem Deutschland der heutigen Zeit dieses Thema wohl ca. beschreiben, ohne aufgeknüpft zu werden, wenn man dem gleichen Stamm angehört. Man stelle sich solch ein Buch von Eva Herman vor.
Ein mutiges... |
Die religiösen Strömungen des Judentums der Gegenwart | |
In der Gegenwart können verschiedene kategorisierende Gruppierungen der Strömungen des religiösen Judentums vorgenommen werden, dabei betreffen die Unterschiede nicht primär, aber auch die Gottesvorstellungen und den Glauben.
Beginnen wir mit der Einteilung in orthodoxe und nicht-orthodoxe jüdische Strömungen. Hierbei ist wichtig, dass für das adj. nicht-orthodox synonym auch progressiv, reform oder liberal in einem weiteren Sinne genommen wird; wohingegen konservativ mit dem Begriff konservatives Judentum belegt ist, einer der nicht-orthodoxen Strömungen!
Exakt ist der grundlegende Unterschied zwischen orthodoxem Judentum und den nicht-orthodoxen Strömungen das Verständnis der Offenbarung am Berg Sinai (Mosche empfängt die Tora).
Das nicht-orthodoxe Judentum versteht diese Offenbarung nicht als absolut, sondern als einen progressiven (= fortschreitenden) Prozess des Dialogs Gottes mit seinem Volk, in der Zeit und in den Kulturen. In dem Kontext dieser historisch-kritischen Auslegung der Offenbarung entstanden alle nicht-orthodoxen Strömungen des Judentums. Da sie alle die Entwicklung betonen, gehören diese alle zu dem progressiven Judentum in dem weitesten Sinne. In dem engeren Sinne bestimmt der Begriff progressives Judentum jedoch alle Gruppen des Reform-Judentums, die sich in dem Verband Weltunion für progressives Judentum zusammengeschlossen haben.
Zwei Drittel des religiös geprägten Judentums sind nicht zur Orthodoxie gehörend, ein Drittel zählt sich zu dem orthodoxen Judentum mit seinen verschiedenen Unterströmungen.
Alle religiösen jüdischen Strömungen der Gegenwart haben ihren Ausgang in den Impulsen der Geistesgeschichte vor allem Deutschlands und Europas ab Ende des 18. Jahrhunderts. -
Der Fokus der Entwicklung des Judentums liegt seit dem Ende des 19. Jahrhunderts in den Vereinigte Staaten Amerika. -
Aus Deutschland sind die Beiträge zur Entwicklung jüdischen Denkens und Geistesleben nach der Schoa unbedeutend. Langsam entwickelt sich dieses aber zunehmend unter der Zuwanderung jüdischer Menschen aus der ehemaligen UdSSR, aus der Diaspora Osteuropas und Asiens.
Hauptströmungen des Judentums der Gegenwart:
- Orthodoxes Judentum
- Liberales Judentum
- Konservatives Judentum
- Rekonstruktionismus
Andere, kleinere religiöse Strömungen des Judentums der Gegenwart:
- Ultraorthodoxes Judentum
- Neoorthodoxes Judentum
- Jüdische Mystik (siehe: mittelalterliche Kabbala)
- Chassidismus
- Jewish Renewal , oder neo-Chassidismus
Andere laizistische Strömungen des Judentums der Gegenwart:
- Säkulares Judentum
- Humanistisches Judentum
Siehe auch: Strömungen des Judentums , Säkularismus
Buch-Tipp: Die Irren von Zion. Pflichtlektüre ! Für alle, die die Hintergründe der Spannungen in dem Nahen Osten verstehen wollen, ist dieses Buch eine Pflichtlektüre. Kurze, sehr unterhaltsam geschrieben Geschichten, die die Liebe des Autors zu dem Land erkennen lassen, denen aber stets der "erhobene Zeigefinger" fehlt. Selbst lesen. . . . |
Aufsplittung in ethnische Gruppen | |
In der Geschichte wurden Juden in vier größere Gruppen eingeteilt:
- die Aschkenasim, die vorwiegend in Deutschland oder Frankreich lebten, bevor sie nach Osteuropa auswanderten.
- Die Sephardim, die auf der Iberische Halbinsel (Spanien, Portugal) lebten. .
- Orientalische Juden , die in dem Nahen Osten und in Nordafrika lebten, in der Folge aber auch nach Mittel- und Südasien wanderten. Orientalische Juden werden häufig auch als sephardisch bezeichent, da ihre Traditionen weitgehend übereinstimmen.
- Die jemenitischen Juden (Teimanim ), die lange von den übrigen Juden isoliert waren, und dadurch eigene Riten entwickelten.
Die Sephardischen Juden flohen 1492 vor der spanischen Inquisition, und siedelten sich überwiegend in dem Mittelmeerraum, teilweise aber auch in Mittel- und Westeuropa an (z.B. in Hamburg und Altona). Ihre gemeinsame Sprache ist das Ladino, das unterschiedliche regionale Ausprägungen hat.
Kleinere Gruppen sind
- die äthiopischen Juden (Eigenbezeichnung Beita Israel, andere Nennung Falascha oder Falasha)
- die Misrachim (Juden aus islamischen Ländern),
- die Bene Israel aus Bombay in Indien, und
- die Bnei Israel (auch Shinlung in Nordostindien und Burma, sie stammen angeblich vom jüdischen Stamm der Menaseh (Manasse?) ab)
- die Romanioten , griechisch sprechende Juden des Balkan
- die Tat sprechenden Bergjuden des Kaukasus (Dagestan, Aserbaidschan)
- die turksprachigen Krimtschaken auf der Krim
- die Religionsgemeinschaft der Karaiten, die eine wesentliche Rolle bei der Bekehrung der Chasaren gehabt haben soll
Umstritten ist die Stellung
- einer afghanischen Gruppe, die auf den antiken Stamm Ephraim zurückgehen soll,
- der Lemba in Simbabwe, sowie
- der messianischen Juden (Eigenbezeichnung) oder modernen Judenchristen – zu dem Christentum konvertierte Juden, die an ihrer jüdischen Identität festhalten sowie ein paar jüdische Traditionen pflegen und die hauptsächlich in den Vereinigte Staaten Amerika zu finden sind. "Messianische" Juden sind nachdem Verständnis aller anderen Strömungen des Judentums (orthodox, konservativ, liberal, reform) in dem religiösen Sinn keine Juden, da ihre Interpretation der Tradition christlich ist. Hier unterscheiden sich Selbstwahrnehmung und Außenwahrnehmung.
Die Samaritaner sind eine frühzeitige Abspaltung von den Juden in dem engeren Sinne, die dennoch gewollt oder ungewollt lange deren Schicksal teilten: Aufstände der Juden zogen häufig auch die Samaritanerins Geschehen ein, da die Römer Probleme hatten, diese zu unterscheiden.
Wie es in Rom jüdische Synagogen gab, so gab es auch samaritanische. Heute gibt es ca. noch sehr wenige Samaritaner.
Buch-Tipp: Die Vernichtung der europäischen Juden.: 3 Bde. das Standardwerk zu dem Thema "organisierter Wahnsinn" Raul Hilberg ist ein hervorragender Analytiker; und wie anders als mit rationalem Ansatz könnte man sich eines solchen - nicht ca. der Dimension wegen - unfassbaren Verbrechens gegen die Menschlichkeit annehmen? Wie anders als durch die Zerlegung des so schwer fassbaren Gesamten in seine tausenden... |
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Jüdische Gemeinden werden spirituell von einem Rabbiner geleitet. Sephardische Juden sowie die Karäer nennen ihren spirituellen Leiter auch als Hakham. In dem Jemen bei den Teimanin ist der Begriff Mori (mein Lehrer) gebräuchlich.
Die Gottesdienste werden in dem allgemeinen von einem Kantor Chasan oder allgemeiner gesagt von einem Vorbeter geleitet.
Die allgemeine, weltliche Leitung einer jüdischen Gemeinde hingegen liegt bei einem Gemeindevorstand, geführt von einerm Gemeindevorsitzenden.
Buch-Tipp: Eine Art Familientreffen. Der Krieg ist vorbei, der eigene Frieden trotzdem verloren? "Eine Art Familientreffen" - "nur" das Ende der beeindruckenden Roman-Trilogie von Judith Kerr? Oder anregende Fortsetzung einer Familiengeschichte, Fortsetzung der anschaulichen Möglichkeit, sich als Leser Gedanken zu machen über Menschen, die Vertriebene waren und häufig lebenslang diesem... |
Historische jüdische Sekten | |
Fast alle Juden der Neuzeit folgen dem in Mischna und Talmud enthaltenen mündlich überlieferten Gesetz; sie werden als Rabbinisches Judentum genannt.
Innerhalb des rabbinischen Judentums gibt es verschiedene Richtungen, wie etwa das Orthodoxe oder Reformierte Judentum.
Die kleine Gruppe der Karäer stellt eine Abspaltung von der Mehrheit der Juden dar. Sie lehnt die in Mischna und Talmud enthaltenen Lehren ab.
Die Samaritern haben als heilige Schriften eine Version der Torah, die Memar Markah sowie eine eigene Liturgie, Gesetze und Auslegungsschriften. Ein Großteil des Tanach (jüdische Bibel) gilt ihnen nicht als inspiriert. Die Autorität von Mischna und Talmud lehnen sie ebenfalls ab. Es gibt ca. noch wenige Anhänger der samaritischen Religion.== Jüdische Kultur ==
Die jüdische Kultur steht in starker Wechselwirkung zu den Kulturen, in denen die jeweilige jüdische Gemeinschaft ihr kulturelles Leben entfaltet, so dass sie kaum isoliert betrachtet werden kann. Dabei spielt die Religion eine unterschiedlich große Rolle.
Durch die Aufsplittung des Europäischen Judentums in die
Aschkenasim und Sephardim, haben sich hier zwei auch durch die Sprache unterschiedene Kulturräume entwickelt.
Siehe auch: Jüdisches Brauchtum, Jüdische Feste, Jüdischer Kalender
Buch-Tipp: Juden und Christen - ungleiche Geschwister Die Beschreibung für das Buch " Juden und Christen - ungleiche Geschwister" fehlt leider. Weitere informatione finden Sie auf der Seite des Buchhändlers. Klicken Sie dafür auf den Link über diesem Text. Die Seite des Händlers öffnet sich in neuem Fenster. |
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Die Verarbeitung von Pogromerfahrungen geben den jüdischen Einflüssen in der Kultur nicht selten eine stark humanistische und egalitäre Prägung (bzw. wird hier der jüdische Einfluss am ehesten offensichtlich).
Viele Künstler bekennen sich zu dem (Völkischem) Judentum, begreifen sich aber gleichzeitig als Atheisten. Dies ist nach jüdischem Selbstverständnis kein Widerspruch.
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Im Laufe der Zeit sind eine Reihe von Sprachen entstanden, die einen besonders engen Bezug zu jüdischen Gemeinschaften hatten.
Im Alltag sprechen Juden die Sprache des Landes, im sie leben.
Buch-Tipp: Warten bis der Frieden kommt. Des Dramas zweites Buch „Warten bis der Frieden kommt“ ist der zweite Teil einer Jugendbuchreihe von Judith Kerr über die Familie von Anna, geflüchtet vor dem Naziregime, denn sie sind Juden. Dieses Buch nimmt sich Annas Zeit in England an. Es behandelt die Problematik der vielen Flüchtlinge aus allen europäischen Ländern, die die... |
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- Portal Judentum
- Haskala, Haggada, Kabbalah, Schma Israel
- Israel, Zentralrat der Juden in Deutschland, Zionismus
- Jewish Encyclopedia,
- Kawwana, Tachles
- Proselyt, Judenmission
- Zarathustrismus, Christentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus, Konfuzianismus, Taoismus, Judenchristen
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